Was als friedliche Studiernden-Party begann, endete in einem überzogenen Polizeieinsatz mit mehreren Verletzten, ein Besucher wurde durch drei Bisse eines Polizeihunds verletzt. Der Anlass: Eine einfache Ruhestörung.
Ordnungsamt untersucht „Ruhestörung“
Gegen 24.00 Uhr betraten zwei MitarbeiterInnen des Ordnungsamts das studentische Kulturzentrum „Baracke“, einen Veranstaltungsort der Verfassten Studierenschaft und der Fachschaften Politik und Soziologie. Dort fand zur Zeit eine Party der Antifaschistischen Linken Münster statt, die vom AStA der Uni Münster unterstützt wurde. Ein Anwohner hatte das Ordnungsamt wegen Ruhestörung gerufen. Unmittelbar nachdem das Ordnungsamt auf die Ruhestörung hingewiesen hatten, wurde die Musik leiser gedreht, einige Minuten später komplett ausgemacht. Eine Ruhestörung lag ab diesem Zeitpunkt also nicht mehr vor. Die MitarbeiterInnen des Ordnungsamts suchten nun nach einem Verantwortlichen, der nicht gefunden werden konnte. Danach wollten sie wahllos die Personalien von verschiedenen BesucherInnen feststellen, die aber alle aussagten, nicht für die Party verantwortlich zu sein. Daraufhin rief das Ordnungsamt die Polizei zur Hilfe, nicht ohne, dass der Ordnungsamt-Mitarbeiter sich noch über die „Scheiss Studis“ beschwerte.
Massive Polizeigewalt
Die eingetroffene Polizei ließ die Situation eskalieren: Auf Gesprächsangebote gingen die Beamten nicht ein, versperrten den Eingang und kündigten an, die Personalien von allen BesucherInnen aufnehmen zu wollen. Als weitere Polizei-Verstärkung eintraf, gingen sie mit massiver Gewalt gegen BesucherInnen vor. Menschen wurden geschlagen und zu Boden geworfen. Mehrere Polizeibeamte setzen Pfefferspray in der geschlossenen Räumlichkeit ein. Ein Student, der die Polizeiübergriffe mit einer Kamera filmte, wurde vom Ordnungsamt-Mitarbeiter ins Gesicht geschlagen und so am Filmen gehindert. Vor der Baracke wurden weiter willkürlich Personen festgesetzt. Ein Polizeihundeführer nahm seinen Hund von der Leine und hetzte ihn auf einen Besucher. Obwohl durch Hundebisse sichtbar verletzt, wurde der Betroffene mit aufs Polizeirevier gebracht und erst Samstagmorgen gegen 8.00 Uhr freigelassen. Seiner Bitte nach einem Arzt wurde mit dem höhnischen Spruch „Der kann ja noch reden, so schlimm kann es ja nicht sein“ kommentiert. Erst nach einiger Zeit auf dem Revier kam ein Polizeiarzt. Zwei weitere Personen wurden mit auf das Revier gebracht, allerdings schon nach kurzer Zeit entlassen. Die Polizei verletzte mehrere Besucher durch Pfefferspray oder durch Schläge und Verrenkungen der Gliedmaßen. Viele feiernde StudentInnen sind schockiert von der unverhältnissmäßigen Polizeigewalt, die sie erleiden mussten.
Unverhältnissmäßiger Polizeieinsatz
Der AStA der Uni Münster und die Antifaschistische Linke Münster verurteilen den Polizeieinsatz auf Schärfste. Die Polizei führte die Situation zu einem Zeitpunkt einseitig zur Eskalation und nahm dabei viele Verletzte in Kauf, obwohl weder eine Ruhestörung noch sonstige Straftaten vorlagen. Von den BesucherInnen ging zu keinem Zeitpunkt Gewalt gegen die Polizei aus.






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