13.03. nächster 1000 Kreuze Marsch

Für den selbstbestimmten Umgang mit dem eigenen Körper – Für das Recht auf Schwangerschaftsabbruch!

Zum wiederholten Mal wollen am 13. März 2010 christlich-fundamentalistische Abtreibungsgegner_innen ab 15:30Uhr unter dem Motto „1000Kreuze für das Leben“ vom Domplatz aus durch Münsters Innenstadt ziehen. Sie selbst geben als ihr Hauptanliegen an, ein „Zeichen zum Gedenken der 1000 Kinder, die an einem gewöhnlichen Werktag in Deutschland getötet werden,“ setzen zu wollen (übrigens eine Zahl, die laut des statistischen Bundesamtes weit übertrieben ist). Bereits im letzten Jahr organisierte sich vielfältiger Protest gegen diese Prozession und auch in diesem Jahr soll jene aus den folgenden Gründen reaktionäre Position nicht unwidersprochen bleiben.

Schwangerschaftsabbruch ist Frauenrecht – §§ 218 und 219 abschaffen!

Die Behauptungen Schwangerschaftsabbruch sei Mord und bei den abgetriebenen Föten handle es sich bereits um Kinder, ist gezielt manipulativ um moralischen Druck auf schwangere Frauen aufzubauen und gesellschaftliche Empörung zu schüren. Die Vorstellung, dass man ungewollt schwangere Frauen mit voller moralischer Legitimation dazu zwingen könnte körperliche Eingriffe zu unterlassen und sie in den Dienst der „Lebensrettung“ eines Fötus zu stellen, basiert auf sexistischen, althergebrachten Vorstellungen eines Zugriffsrechts der Gemeinschaft auf den Körper von Frauen und ihrer Fähigkeit Kinder zu bekommen. Niemand käme auf die Idee Menschen, die Organ-oder Blutspenden verweigern, als Mörder_innen zu bezeichnen, da in diesem Fall die Entscheidung über den eigenen Körper als grundlegendes Menschenrecht zugestanden wird.

Entgegen der landläufigen Meinung ist Schwangerschaftsabbruch in der BRD weiterhin nicht legal. Die Strafverfolgung wird lediglich unter bestimmten Voraussetzungen ausgesetzt. Wir fordern das uneingeschränkte Selbstbestimmungsrecht!

Heterosexismus, Rassismus, Holocaustrelativierung, Zwangskollektiv

Es ist kein Zufall, dass die selbsternannten „Lebensschützer_innen“ den Zugriff auf den weiblichen Körper verlangen. Ebenso wie gegen Schwangerschaftsabbruch, wenden sie sich gegen Homosexualität, da sie nicht in „Gottes Plan“ vorgesehen sei. Dazu gesellt sich ein „von Gott gegebenes“ Geschlechterrollenbild, welches die Gedanken an die soziale Konstruktion von Geschlecht überhaupt nicht zulässt.

Homosexualität und Schwangerschaftsabbruch würden zum anderen zum Aussterben des „europäischen Volkes“ führen. Diese Anschauung offenbart die Anschlussfähigkeit an rassistische Denkmuster und erklärt, warum sich beispielsweise in München jedes Jahr Neonazis dem Aufzug anschließen. Diese dürften besonders der den Holocaust relativierenden Aussage zustimmen, Schwangerschaftsabbrüche seien mindestens genau so schlimm, wie der im Nationalsozialismus begangene Massenmord an Jüdinnen und Juden.

Diese Verkettung von Anschauungen zeigt, dass die Teilnehmer_innen des Aufzuges auf ein Zwangskollektiv hinsteuern, in dem jede_r Einzelne sich einer halluzinierten Religion bzw. denen, die sie diktieren (Kirche) unterzuordnen hat.

Deswegen rufen wir dazu auf, dem Kreuzzug laut und kreativ zu begegnen und entschlossenen Protest zu äußern!

…für ein selbstbestimmtes Leben!

Achtet auf aktuelle Ankündigungen unter: gegen1000Kreuze.blogsport.de

Vorverurteilung vor Gericht ?!

erster Prozess nach Erwachsenenstrafrecht

Im folgenden dokumentieren wir hier die Pressemitteilung des Antirepressionstreffens zum ersten Prozess am 02.03.10:

Prozess gegen die KritikerInnen des 1000-Kreuze-Marsches musste vertagt werden, da das Gericht völlig unerwartet keine ZeugInnen geladen hatte.

Der erste Prozesstag:

Am Dienstag, den 02.03.2010 wurde vor dem Amtsgericht Münster einer der ersten Prozesse nach Erwachsenenstrafrecht eröffnet.

Wie geplant kamen zahlreiche Menschen aus verschiedenen Städten um die Angeklagten mit ihrer Solidarität und Anwesenheit zu unterstützen, die Öffentlichkeit über ihre Motivation, gegen die 1000 Kreuze Märsche Position zu beziehen, zu informieren und das unverhältnismäßig harsche, juristische Vorgehen gegen die Angeklagten zu kritisieren.

Um 9:00 begann der Prozess im bis auf den letzten Stuhl gefüllten Gerichtssaal. Viele der Unterstützer_innen fanden keinen Platz mehr. Die Staatsanwaltschaft verlas die Anklageschrift. Daraufhin bestritt der Anwalt des Beklagten diese Vorwürfe und plädierte auf Freispruch. Die Verhandlung wurde, zur Verwunderung fast aller Anwesenden, sehr bald nach Verlesen der Anklageschrift, neu terminiert, da die Richterin Frau Bruckmann nicht verhandeln wollte, ohne Zeugen gehört zu haben. Diese hatte sie aber nicht geladen. Der Verteidiger wie auch der Vertreter der Staatsanwaltschaft äußerten ihr Unverständnis darüber. Weiterlesen: Vorverurteilung vor Gericht ?!

Erster Prozess nach Erwachsenenstrafrecht

Im März 2009 demonstrierte die Organisation EuroProLife mit zahlreichen AnhängerInnen gegen das Selbstbestimmungsrecht von Frauen auf den Abbruch einer Schwangerschaft. Vertreten wurden zusätzlich unter anderem den NS relativierende Positionen, wonach durchgeführte Schwangerschaftsabbrüche „schlimmer“ seien als die Vernichtung des europäischen Judentums. Insgesamt lassen sich in dieser Organisation und dem Dunstkreis der AnhängerInnen reaktionäre, frauenverachtende, homophobe, antisemitische und rassistische Einstellungen ausmachen (siehe hier oder auch hier). Weiterlesen: Erster Prozess nach Erwachsenenstrafrecht

Kalenderblatt März

Hier das dritte Blatt unseres Jahreskalenders für das Jahr 2010. Für eine größere Version klickt einfach auf das Bild.

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… fällt der Staatskasse zur Last!

schilder ... fällt der Staatskasse zur Last!So endeten die ersten Unrteilssprüche bezüglich der kritischen Begleitung des Aufmarsches fundamentalistischen Abtreibungsgegner_innen im März. Das heißt konkret zwei Verfahren gegen   Befürworter des Rechts auf Abtreibung wurden ohne weitere Auflagen eingestellt. Eine der beiden Einstellungen erfolgte nach Erwachsenenstrafrecht.  Das lässt hoffen, dass die restlichen über hundert Verfahren auch eingestellt werden. Weitere Infos zu den beiden Prozessen findet ihr bei der Schwarz-Roten Hilfe Münster.

Damit es auch weiterhin zu keinen Verurteilungen kommt, ist es wichtig politisch Druck zu machen und das Thema in der Öffentlichkeit bekannt zu machen. Hierzu wurde ein Flyer erstellt, den ihr hier als Druckvorlage herunterladen könnt, um ihn anschließend zu vervielfätigen und zu verteilen.

Ausserdem wurde ein offener Brief erstellt, der beim Bistum Münster nachfragt, warum das Bistum es duldet, dass Euro Pro Life  die Aegidiikirche nutzen darf, obwohl EuroProLife zusammen die Shoa relativiert und ein völkisch-nationalistisch für Abtreibung argumentiert. Den Brief möchten wir gerne an dieser Stelle dokumentieren:

Weiterlesen: … fällt der Staatskasse zur Last!

Mobiler Studientag zu Recht und Geschlecht

Am Freitag 30.10. finden Rahmen des mobilen Studientages drei Vorträge zum Thema Recht und Geschlecht statt. Ziel des Studientages ist es euch einen Einblick in die Legal Gender Studies zu ermöglichen.

Dazu werden folgende Workshops angeboten:
- Geschlechterverhältnisse in historischer Perspektive
- Race, Geschlecht und Recht
- Pornographie: Gewalt oder Kommunikation?

Die Workshops richten sich an Studierende aller Fachrichtungen, die sich für die Auswirkung von Geschlechterverhältnissen in der Gesellschaft und insbesondere in der Rechtswissenschaft interessieren.

Stattfinden wird das Ganze am Freitag den 30.10.2009 von 10 – 18 Uhr im Seminarraum S 124 der Scharnhorststraße 100 in Münster.

Weitere Informationen findet ihr unter www.feministisches-studienbuch.de
und in folgender Broschüre: mobiler Studientag, sowie kritische.juristinnen@yahoo.de

Veranstaltet wird der Studientag von den kritischen JuristInnen Münster, mit der freundlichen Unterstützunh des AStA der Uni Münster.

Infos vom ersten Antirepressionstreffen

gegenueber 150x150 Infos vom ersten AntirepressionstreffenBei dem Treffen wurde beschlossen, dass ein gemeinsames Vorgehen gegen die Kriminalisierung des Protestes wichtig ist. Deshalb bitten wir alle, nur den Anhörungsbogen A (die Personalien) an die Staatsanwalschaft zurück zu schicken und keine weiteren Angaben zur Sache zu machen.  Weitere Angaben helfen nur der Staatsanwaltschaft bei den Ermittlungen. Im weiteren wurde beschloßen, eine Pressemitteilung zu veröffentlichen, die wir hier dokumentieren wollen. Bei weiteren Fragen wendet euch bitte an repression-maerz@riseup.net

Protest gegen christliche Fundamentalisten hat ein Nachspiel

In den letzten Wochen erhielten knapp 110 Personen eine Mitteilung, dass ein Ermittlungsverfahren wegen vermeintlicher Versammlungssprengung gegen sie eingeleitet wurde. Hintergrund dieser Verfahren ist eine christlich-fundamentalistische Demonstration unter dem Titel „Helfer für Gottes kostbare Kinder“. Inhaltlich richtete sich die Demonstration gegen das Selbstbestimmungsrecht von Frauen und damit für die Aufrechterhaltung einer patriarchalen Gesellschaftsordnung. Diese Position sollte nicht unwidersprochen im öffentlichem Raum stehen bleiben, deshalb entschlossen sich ungefähr 200 Personen, die fundamentalistische und frauenverachtende Demonstration kritisch zu begleiten.

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Nach der Aktion ist vor der Repression…(2)

Aussageverweigerung

Gemeinsames Treffen am 19. September um 18.00 Uhr in der Baracke (Scharnhorststr. 100 Münster)

für alle die im Zuge des 1000-Kreuzemarsch im März 2009 Post von der Staatsanwaltschaft bekommen haben oder im Kessel waren und noch keine Post bekommen haben

Im März diesen Jahres sind zum wiederholten Mal die selbsternannten „Lebensschützer“ in Münster unter dem Motto „1000-Kreuze für das Leben“ aufmaschiert. Die überwiegend aus dem christlich-konservativen Spektrum stammenden Teilnehmer_innen des nach rechts offenen Gebetszugs demonstrierten gegen Abtreibung und damit gegen das Selbstbestimmungsrecht der Frau.

An dem Tag selbst ist es gelungen den 1000-Kreuze-Marsch für etwa 2 Stunden deutlich zu kommentieren, bis die Polizei schließlich begann zu kesseln. Nun haben mehr als 100 Personen Post von der Staatsanwaltschaft erhalten, die Strafanzeige gegen die Personen im Kessel gestellt hat.

Am 19. September um 18.00 Uhr ist daher ein gemeinsames Treffen geplant bei dem der gemeinsame Umgang mit der Repression besprochen werden soll und zu dem alle in diesem Zuge von Repression Betroffene eingeladen sind. Es werden auch Vertreter_innen der Schwarzroten Hilfe und ein Anwalt anwesend sein, die über die rechtliche Lage informieren und Fragen beantworten werden.

Wir raten bis zu dem Treffen noch nicht auf die Schreiben zu reagieren, da uns ein gemeinsamer Umgang wichtig erscheint.

Für genauere Infos und bei Fragen könnt ihr eine Mail an repression-maerz@riseup.net schreiben.

Infoveranstaltung zu Fundi-Christ_innen

Gegendemonstration // 03.09.2009 // 19.00 Uhr // Frauenstraße 24 //

Am Donnerstag, den 3. September, veranstalten das Antisexistische Bündnis Münster, das Frauenreferat des AStA der Universität und wir um 19.00 Uhr in der Frauenstraße 24 eine Infoveranstaltung zu den fundamentalistischen Christen, die dieses Jahr im März in Münster aufmarschiert sind.

Eine Referent_in des Antisexistischen Aktionsbündnis München wird über die bundesweiten Strukturen der christlichen Fundamentalist_innen und den Widerstand gegen diese informieren. Denn am 10.10.2009 planen christliche Fundamentalisten, die sich selbst als „Lebensschützer“ bezeichnen, einen „1000-Kreuze-Marsch“ durch München. Die Lebensschützer wollen der „Kinder“ gedenken, die jedes Jahr in Deutschland abgetrieben werden. Für die Leben der „Mütter“ interessieren sie sich einen Dreck.

Weiterlesen: Infoveranstaltung zu Fundi-Christ_innen

Nach der Aktion ist vor der Repression…

Aussageverweigerung

Menschen, die aufgrund ihrer Teilnahme an den Blockaden und sonstigen Aktionen am 14.03. gegen den Aufmarsch fundamentalistischer Christ_innen in Münster in den nächsten Wochen und Monaten Post von Polizei und/oder Staatsanwaltschaft erhalten, können uns gerne diesbezüglich unter unserer Mailadresse muenster@riseup.net kontaktieren.

Das Antisexistische Bündnis und die Emanzipatorische Aktion werden sich nach Kräften bemühen, angemessene Hilfestellung zu leisten.